Im Triathlon ist das Schwimmen in Anbetracht der Gesamtleistung zwar unterbewertet, von manchen wird es deshalb zwar gerne unterschätzt, die Meisten haben vor der kürzesten der drei Disziplinen jedoch Angst. Das musst nicht sein. Ich möchte dir fünf Tipps geben, wie Du deine Ängste vor dem Schwimmen überwinden kannst.

 

1. KLARE SICHT UND LÄNGER DICHT

Eine gute Schwimmbrille schützt die Augen und ist für eine klare Sicht im und über Wasser essentiell. Für die Orientierung während der ersten Disziplin ist sie besonders wichtig. Die Angst ist groß, dass Wasser in die Schwimmbrile läuft oder sie beim Schwimmstart von einem Mitbewerber versehentlich vom Kopf heruntergeschlagen wird.

Wenn Du deine Schwimmbrille unter die Schwimmkappe ziehst, dann sitzt sie besser und kann nicht verloren gehen. Verwende für den Wettkampf eine separate, möglichst neuwertige Schwimmbrille, am Besten das selbe, passende Modell wie im Training. Die hält länger dicht, wenn Du sie vor dem Schwimmen einmal aufsetzt und erst am Ende wieder runter. Eine Ersatzbrille solltest Du dennoch stets griffbereit haben, falls kurz vor dem Start deine Schwimmbrille kaputt gehen sollte. Dann hast Du stets den Durchblick im Wasser statt Angst und Nachsicht.
 

2. BESSERE ORIENTIERUNG IN DER ERSTEN DISZIPLIN

Ein gut organisierter Triathlon enthält bereits in der Ausschreibung eine detaillierte Streckenbeschreibung und Skizze der Schwimmstrecke. Beide solltest Du regelmässig vor deinem Wettkampf durchlesen und auch verstehen bevor Du dann tatsächlich an der Startlinie stehst. Die Schwimmstrecken, meist Drei- oder Viereckskurse haben gut sichtbare Bojen im Wasser und damit die Wenden zu markieren. Stand Up Paddlers oder Kanus, bei größeren Veranstaltungen auch Boote achten darauf, dass in der Regel kein Teilnehmer zu weit vom Kurs abkommt. Dennoch bleibt ein gewisser Korridor zwischen den Bojen oder zum Schwimmausstieg in dem sich der Schwimmer bewegt. Wer sich hier nicht richtig orientiert oder immer wieder zickzack schwimmt, der legt gerne einmal 25 bis 30 Prozent mehr Weg zurück. Ist man noch dazu ein schlechter Schwimmer verbraucht man natürlich erheblich mehr Energie.

Das muss nicht sein: Präge Dir die Schwimmstrecke und Farbe der Bojen genau ein, aber auch die Umgebung, sofern Du nicht im offene Meer schwimmst. Oftmals befinden sich in der Verlängerung jeder Teilstrecke markante Punkte an Land, die leichter zu erkennen oder zur zusätzlichen Orientierung helfen. Integriere in dein Schwimmtraining regelmässig das sogenannte Wasserballschwimmen. Statt zur Seite zu atmen, hebst Du regelmässig, nach acht bis 12 Kraularmzügen für einen Atemzug den Kopf vorne aus dem Wasser und orientierst Dich dabei. Bei Bedarf korrigierst Du dann die Richtung. Je besser Du gerade aus schwimmen kannst, um so weniger oft musst Du das natürlich wiederholen. Gerade Einsteiger sollten deshalb eine Dreieratmung trainieren, um so von Beginn an das geradeaus schwimmen besser zu erlernen. Es gibt dafür aber keine Studienlage, das dies grundsätzlich funktioniert oder man mit einer Zweieratmung nicht auch sehr geradlinig schwimmen kann. Für ungeübte Kraulschwimmer ist es dennoch meist zutreffend.
 

SCHWIMMEN IM TRIATHLON Keine Angst vor der ersten Disziplin / Die Schwimmbrille unter der Schwimmkappe sorgt für sicheren halt © rauschendorfer

SCHWIMMEN IM TRIATHLON Keine Angst vor der ersten Disziplin / Die Schwimmbrille unter der Schwimmkappe sorgt für sicheren halt © rauschendorfer


 

3. AUF INDIREKTEM WEG ENTSPANNTER AUS DEM WASSER

Eine Massenstart gehört zum Triathlon ebenso, wie zum Marathon. Man stelle sich nur vor jeder Läufer würde einzeln starten. Darüber könnte man jetzt an anderer Stelle natürlich vortrefflich diskutieren, aber wir betrachten das als gegeben. Die Angst während des Schwimmstarts überschwommen oder getreten zu werden ist bei Einsteigern, wie bei erfahrenen Triathleten aber schlechten Schwimmern gleichermassen gross. Die Lösung ist so einfach wie offensichtlich, wären stets genügend Platz im Wasser und würden bis auf die schnellsten zehn Prozent nicht 500 oder mehr Teilnehmer die selbe Idee verfolgen. In gut organisierten Veranstaltungen gibt es ab bestimmten Teilnehmerzahlen Wellenstarts nach Altersgruppen separiert. Für die Frauen dann noch einmal extra natürlich.

Ist das nicht gewährleistet oder die Startwelle dennoch sehr gross, so stellt man sich als unerfahrener oder schlechterer Schwimmer besser an den Rand des Feldes und im hinteren bis mittleren Startfeld. Aber bitte nicht in erster Reihe und in der Mitte, weil die Sicht auf die erste Boje hier gut und es der kürzeste Weg ist. Wer vom Rand des Feldes startet und sogar einen Bogen zur ersten Boje schwimmt, der hat zwar einen etwas längeren Weg aber auch eine komfortablere erste Disziplin und steigt entspannter auf sein Rad.
 

4. DIE RICHTIGE ATMUNG IN JEDER SITUATION

Kraulschwimmen ist die schnellste und ökonmischste Art sich durchs Wasser zu bewegen, vorausgesetzt man beherrscht es. Während des Schwimmstarts und der ersten fünfhundert Meter ist die körperliche Belastung sehr hoch und hinzu kommt dann noch eine besondere Stresssituation. Neben guten Schwimmfähigkeiten ist hier vor allem viel Erfahrung von Vorteil. Wer nicht um den Gesamtsieg oder das Podium in seiner Altersklasse, oder gar den Titel, „Erster aus dem Wasser“ kämpft, der kann, neben den oben genannten Möglichkeiten, zumindes etwas gemütlicher in das nasse Element starten. Aber ein Triathlet wäre kein Triathlet, würde er nicht versuchen jede Disziplin möglichst schnell und im Rahmen seiner Möglichkeiten hinter sich zu bringen vielleicht sogar die ein oder andere persönliche Bestzeit zu verbessern. Das gilt für Einsteiger wie für Fortgeschrittene und Profis gleichermassen.

Die individuelle Leistungsfähigkeit insbesondere die Sauerstoffaufnahmekapazität ist hier der limitierende Faktor. Im Wasser kann man jedoch nicht beliebig sondern nur in einem vorgegebenen Rhythmus atmen, vorausgesetzt man macht es richtig. Über Wasser einatmen, in das Wasser ausatmen. Wenn Du aber statt Luft zu atmen, einen Schluck Wasser in den Mund bekommst, kann es Dich schnell aus dem Atemrhythmus bringen und der Sauserstoff knapp werden. Wer sich dennoch verschluckt, der sollte erst einmal in das Wasser husten während man weiter kontrolliert Kraul schwimmt. Hilft das noch nicht, kannst Du dich mit einem Kraularmzug in die Rücklage drehen und einige Meter Rücken schwimmen bis das Problem gelöst ist. Anschliessend drehst Du dich mit einem Rückenarmzug wieder in die Bauchlage. Das solltest Du natürlich vorher auch im Schwimmtraining üben, um Deine Angst guten Gewissens abzulegen. Auf keinen Fall solltest Du aber plötzlich Brustschwimmen, zumindest nicht solange Du dich mitten im Getümmel befindest. Dein Hintermann wird es Dir danken, nicht Deinen Fuss plötzlich in seinem Gesicht zu spüren. Das Beste ist natürlich, sich erst gar nicht zu verschlucken. Von Vorteil ist es deshalb die Atmung auf beide Seiten zu beherrschen, denn meist ist eine Seite weniger turbulent.
 

5. DIE RICHTIGE KRAULTECHNK DURCH PROFESSIONELLES SCHWIMMCOACHING

Jeder möchte gerne besser und schneller Kraulschwimmen, wäre da nicht das begrenzte Trainingsbudget, sowohl zeitlich als auch finanziell. Derweil wären es ganz besonders Schwimmstunden für die richtige Kraultechnik in die man im Triathlon als erstes investieren sollte. In einem Schwimmtraining mit einem professionellen Coach lernst Du vom Kraularmzug über die Atmung bis zum Beinschlag besser Kraulschwimmen. Vor allem, wenn Du eventuell zuvor noch nie Kraul geschwommen bist, dann hlift Dir ein angeleitetes Training schneller Kraulschwimmen zu lernen und vor allem deinen Wasserwiderstand zu reduzieren, um mit weniger Kraftaufwand zu schwimmen. Eine Investition die sich langfristig rechnet. Du solltest selbst natürlich auch möglichst oft Kraulschwimmen, um an Deinem Wassergefühl zu arbeiten. Das Schwimmtraining in einem Verein kann deine Fortschritte dabei zusätzlich unterstützen.

Doch gewarnt sei vor der Trainingsmehtode „do it yourself“. Es fehlt im Wasser an den typischen Kontrollmechansimen aufgrund der reduzierten Schwerkraft und dem fehlenden Widerlager. Du kannst selbst nicht wahrnehmen wie und wo Du dich im Wasser gerade bewegst. Fehlt ein erfahrener und kompetenter Trainer am Beckenrand schleichen sich Technikfehler ein. Eine falsche Koordination und Dysbalancen etablieren sich. Die fehlerhaften Bewegungsabläufe später zu korrigieren ist mühseliger und langwieriger als von Anfang an den richtigen Trainingsweg zu wählen. Entscheidend ist das Richtige richtig zu machen. Dann ist Kraulschwimmen die gesündeste Ausdauersportart, an der man ein Leben lang Spass haben kann und keine Angst davor haben braucht.
 
 

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stefan drexl
rauschendorfer